Das Alte und das Neue in Wiener Weinen

Ein Wiener Revival

Ein gern getrunkener Liebling unter Weinkennern der österreichischen Hauptstadt war einst der Wiener Gemischte Satz. Bereits im 19. Jahrhundert entschieden sich die meisten anderen Weinbaugebiete im Alpenland für Quantität anstatt Qualität, während Winzer aus Wien Weißburgunder-, Riesling-, Traminer- und Rotgipfler-Trauben vermischten, die sie zusammen anpflanzten, ernteten und zu Wein verarbeiteten. Das Ergebnis waren Weine, die vielschichtig und komplex waren, da sie Fruchtigkeit, Frische und äußert körperreiche Aromen miteinander verbanden. Es bedeutete auch jedes Jahr eine sichere Traubenernte für den Winzer. Die unterschiedlichen Blütezeiten der Trauben waren von Vorteil für die gesamte Ernte, da, selbst wenn bestimmte Trauben ausfielen, die Qualität der Gesamtlese sichergestellt werden konnte. Der Wein war schließlich aus der Mode gekommen. Der Gemischte Satz erlebt derzeit eine Renaissance in den Wiener Heurigen. Der typischerweise leichte Wiener Wein wird als kräftige Alternative aus dem Fass verkauft, kann aber auch als hochwertiger Flaschenwein angeboten werden.

Ökologische Qualität bei der Weinherstellung in der Hauptstadt

Wiener Gastronomen lieben ihre lokal produzierten Weine, die als hervorragende Flaschenweine einen guten Ruf haben. Auszeichnungen bei Weinproben durch renommierte Fachzeitschriften bestätigen regelmäßig den hohen Standard dieser österreichischen Produkte. Bei Riesling und Weißburgunder, den beliebtesten Weißweinen, haben Wiener Weinproduzenten mehr als einmal die renommiertesten Flaschen des Landes vorgestellt. Aufgrund ihrer Lage und Nähe zur Stadt Wien setzen Weinproduzenten bei ihren Weinbaumethoden auf einen ökologisch nachhaltigen Anbau. Innovative Ansätze zur ökologischen Technologie sind dem modernen Winzer nicht fremd. Einige verwenden bereits jetzt schon biodynamische Anbaumethoden. Diese Technologie verzichtet auf eine systematische Kultivierung und verwendet traditionelle Homöopathie und natürlich gewonnene Extrakte für den Pflanzenschutz, zum Beispiel Tee zur Stärkung der Reben im Weinberg. Überall auf der Welt hat sich die Biodynamik seit den 1920er Jahren durch die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Forschung entwickelt. Biodynamik wird auf Äckern, Weinbergen und beim Obstanbau verwendet. Das Prinzip der biodynamischen Methode kann dort verwendet werden, wo Lebensmittel angebaut werden und jeweils an Flächenbedarf und Klima angepasst wird.