Österreichische Weinkenner interessieren sich zunehmend für qualitativ hochwertigen Importwein. Obwohl das Alpenland vergleichsweise klein ist, ist der Weinkonsum pro Kopf relativ hoch. Angesichts der Tatsache, dass einheimische Weine am beliebtesten sind, ist es eine Herausforderung, eine Nische für importierte Weinmarken zu finden. Hierzu eignet sich vor allem der Einzelhandel. Es ist relativ schwierig, mit heimisch produzierten Weinen wie dem Heurigen zu konkurrieren, die 80 bis 90 Prozent des lokalen Weinkonsums in Weinlokalen ausmachen. Erfahrungsgemäß kann der österreichische Einzelhandel für Weinimporte am empfänglichsten sein, wenn dort Premium-Weine zu erschwinglichen Preisen angeboten werden. Beim Beliefern des österreichischen Weinmarkts ist eine Reihe von Faktoren zu beachten.

Die Etikettierung von Weinflaschen (Stand 2016)

Die von der Europäischen Union vorgeschriebene Kennzeichnungspflicht schreibt vor, dass Weinetiketten eine Reihe von Informationen aufführen müssen:

  • Die Herkunft des Weines: gU (geschützte Ursprungsbezeichnung), ggA (geschützte geografische Angabe)
  • Den Alkoholgehalt: AAS (Actual Alcoholic Strength)
  • Weitere Informationen: Nennvolumen, Lagernummer, Angaben zum Importeur und zu Allergenen
  • In Bezug auf den Inhalt müssen weitere Angaben gemacht werden: Weine, die mehr als 10 Milligramm pro Liter an Sulfit enthalten, müssen den Verweis „Enthält Sulfite“ erwähnen, da dies für Personen entscheidend ist, die eine Überempfindlichkeit gegenüber dieser Chemikalie haben. Dies muss in der Sprache des Zielmarktes erwähnt werden – in diesem Fall auf Deutsch. Alle Derivate von Ei- und Milchprodukten sind auf dem Etikett zu erwähnen, sowie der Zuckergehalt in Schaumweinen anzugeben.

Tipps für Händler:

Die europäische Gesetzgebung erfordert derzeit noch keine genaue Zusammensetzung in Bezug auf verwendete Traubensorten bei gemischten Weinen. Da sich die österreichischen Verbraucher tendenziell besser informieren, sind solche Informationen auf Etiketten dennoch von Vorteil. Was die informierten Verbraucher betrifft, ist es auch erwähnenswert, Rebsorte und Jahrgang generell zu erwähnen. Die Begriffe „Reserve“ und „Große Reserve“ bestimmen die Qualität des Weins oder Sekts. Die Einhaltung des lokalen Weingesetzes in Bezug auf die Verwendung dieser Begriffe ist notwendig.